5 / 2026
Inklusion leben – Haltung, Teilhabe und Vielfalt
Inklusion bedeutet mehr als Barrierefreiheit. Es geht um Teilhabe, unterschiedliche Wahrnehmungsweisen und Voraussetzungen und immer wieder um die Frage, welche Haltung hinter unserem pädagogischen Handeln steht. Diese Ausgabe versammelt unterschiedliche Perspektiven aus Theorie und Praxis und lädt dazu ein, den eigenen Blick auf Inklusion zu erweitern.
Themen aus dem aktuellen Heft

akzent
Lust auf Inklusion? (Franziska Abstein und Marius Ballweg)
Inklusion bedeutet heute, Vielfalt als Normalität zu begreifen und Teilhabe von Anfang an mitzudenken. Gerade die Erlebnispädagogik bietet dafür besondere Chancen: Wenn Menschen gemeinsam Herausforderungen bewältigen, Vertrauen entwickeln und Gemeinschaft erleben, kann Zugehörigkeit unmittelbar erfahrbar werden. Was braucht es, damit möglichst viele Menschen selbstverständlich daran teilhaben können?


akzent
Barrieren, die man nicht sofort sieht (Matthias Rothengaß)
Nicht jede Barriere ist eine Treppe oder eine fehlende Rampe. Auch laute Gruppen, unklare Aufgaben, schnelle Kommunikation oder unausgesprochene Erwartungen können Teilhabe erschweren. Wo entstehen solche unsichtbaren Barrieren und was lässt sich an Methoden, Sprache und Haltung verändern?


akzent
Selbstregulation und Neurodivergenz (Theresa Panse)
Fünf Tage in ungewohnter Umgebung, ständig neue Eindrücke, wenig Rückzugsmöglichkeiten: Mehrtägige Fahrten können für neurodivergente Menschen besonders herausfordernd sein. Wie lassen sich Programm, Struktur und Freiräume so gestalten, dass Selbstregulation möglich bleibt und Teilhabe gelingt?


akzent
Ein Hochseilgarten für alle! (Andreas Bostroem)
Ein Hochseilgarten, den Menschen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen nutzen können: Im Marburger Stadtwald wurde diese Idee Realität. Doch echte Inklusion braucht mehr als passende Elemente und Sicherungssysteme. Auch Ausbildung, Infrastruktur, Zeit und Haltung müssen mitgedacht werden.


akzent
Inklusives Klettern (Ulli Dietrich)
Fast jeder Mensch kann klettern. Die eigentlichen Hindernisse liegen oft ganz woanders: in fehlendem Wissen, Unsicherheit oder Strukturen, die Vielfalt nicht mitdenken. Aus dieser Erfahrung hat ein engagiertes Team eine Ausbildung entwickelt, die längst über Klettertechnik hinausgeht: Wie schaffen wir Räume, in denen unterschiedliche Menschen selbstverständlich Verantwortung übernehmen können? Dabei geht es nicht darum, Menschen an bestehende Angebote anzupassen, sondern wie müssen wir unsere Angebote verändern, damit möglichst viele Menschen selbstverständlich dazugehören können?


akzent
Erlebnispädagogik im Startchancen-Projekt (Matthias Rothengaß)
Im Rahmen des bundesweiten Startchancen-Programms für Schulen eröffnen sich besondere Möglichkeiten, längerfristig erlebnispädagogisch mit den Klassen zu arbeiten. Nicht das Funktionieren des Teams steht im Mittelpunkt, sondern der einzelne Mensch. Was braucht jemand, um sich einzubringen, etwas zu wagen und die eigene Handlungsfähigkeit zu entdecken? Matthias Rothengaß berichtet aus der Praxis über den sicheren Rahmen, Neurobiologie, Lernbegleitung und den Ansatz der „Transformativen Erlebnispädagogik“.


akzent
Inklusive Abenteuerfahrt (Silke Holtmann)
Zeltlager, Rollstühle, Pflegebedarf und Hochseilgarten: Kann das wirklich für alle funktionieren? Seit 15 Jahren machen sich Jugendliche aus zwei sehr unterschiedlichen Schulen gemeinsam auf den Weg. Die Erfahrungen zeigen, was möglich wird, wenn gute Planung, Vertrauen und die Bereitschaft zusammenkommen, individuelle Lösungen zu finden.


akzent
Am Anfang steht der Mensch (Ein Gespräch von Rafaela Zwerger mit Thomas Gania)
Thomas Gania kennt Inklusion aus ganz unterschiedlichen Perspektiven: aus jahrzehntelanger Arbeit in Leitungsfunktionen bei der Lebenshilfe, heute als Mitarbeiter bei Special Olympics und als Vater einer Tochter mit Behinderung, die 2025 bei den Special Olympics World Winter Games in Turin Gold im Eiskunstlauf gewann. Im Gespräch geht es um Selbstbestimmung und Teilhabe, um Veränderungen und Erfahrungen und immer wieder um die Haltung dahinter: Was braucht es, dass der einzelne Mensch mit seinen Möglichkeiten und seinem Willen im Mittelpunkt steht?


vip
Erleben verstehen mit Mentalisieren (Michaela Koch)
Mentalisieren bedeutet, Verhalten nicht nur von außen zu betrachten, sondern nach den Gefühlen, Gedanken, Wünschen und Bedürfnissen zu fragen, die dahinterstehen könnten. Was verändert sich, wenn diese Haltung Teil erlebnispädagogischer Reflexion wird? Das Konzept eröffnet einen verstehensorientierten Zugang zu Erfahrungen und kann gerade in der Kinder- und Jugendhilfe eine spannende zusätzliche Perspektive auf Erleben und Lernen bieten.


praxis
Suchen & Finden. Erlebnispädagogik in turbulenten Zeiten. Kongress erleben und lernen 2027
Wie finden wir Orientierung, wenn Gewissheiten ins Wanken geraten und Entwicklungen immer schwerer vorhersehbar werden? Der Kongress erleben und lernen 2027 macht daraus keine Frage nach einfachen Antworten, sondern eine Einladung zum gemeinsamen Suchen. Workshops, Vortrag, Poster-Session und jede Menge Begegnungen schaffen Raum für neue Perspektiven und die Frage, was Erlebnispädagogik in turbulenten Zeiten beitragen kann.

Interesse geweckt?
Diese und noch mehr spannende Themen rund um Erlebnispädagogik findest du in dieser Ausgabe der e&l.

